David und Goliath, eine der bekanntesten Geschichten aus der Bibel. Als Kind habe ich sie unzählige Male gehört und über alles geliebt. Aus dem Religionsunterricht der Grundschule ist sie nicht wegzudenken. Der Hirtenjunge David stellt sich mit einer Steinschleuder und viel Gottvertrauen mutig dem schwer bewaffneten Riesen Goliath entgegen und streckt ihn mit nur einem Kieselstein nieder. Wow! Klein besiegt groß! Wer hätte das gedacht! Mit Gottvertrauen wird Unmögliches möglich. In diesem Fall vertraute David dem Kriegsgott Jahwe. Warum auch nicht. Es galt eine Schlacht zu gewinnen. Es wäre ein erhebliches militärisches Risiko einem lieben zimperlichen Gott zu vertrauen im Krieg. Eine Niederlage würde wahrscheinlich. David wusste das. Pfiffiges Kerlchen. Von Gottvertrauen beschwingt lief er zu dem am Boden liegenden Goliath, packte sein Schwert und hieb ihm ohne zu zaudern den Kopf ab. Hoppla! Der traut sich was! Mit Gottvertrauen ist vieles möglich. Er nahm den blutenden Kopf unter den Arm und trottete mit ihm fort. Ob er dabei gepfiffen hat, ist nicht überliefert. Die Schlacht jedenfalls war gewonnen. Komisch, von dem Kriegsgott und der Köpfung wurde uns Kindern nie erzählt. Sollten Kinder nicht wissen, wie sehr es darauf ankommt dem richtigen Gott zu vertrauen? Sonst wird Unmögliches doch nicht möglich. Eine Köpfung schon gar nicht.
Texte
Glaube nur
Der Placeboeffekt ist eine wunderliche Sache. Ein Mensch nimmt Tabletten, die keine Wirkstoffe enthalten, und seine Schmerzen verschwinden. Eine Voraussetzung dabei ist entscheidend: Der Kranke muss glauben, es seien echte Tabletten, Tabletten, die ihn sicher heilten. Dann wird das was. Erstaunlich, was mit Glauben alles erreicht werden kann. Ihn zu unterschätzen wäre Wahnsinn. Unser Leben hängt am Glauben, unser Körper mehr als wir glauben. Glaube hat Wirkung. Den Glauben zu zu verändern auch.
Herkunft
Viel wird darüber gebrütet, wohin es geht nach dem Tod. Zahlreich sind die Antworten. Kein Wunder, denn es geht um unsere Zukunft. Die aber ist ungewiss, was eher verängstigt als beruhigt. Wenig wird über die Frage gegrübelt, woher wir kommen, wenn wir durch den Bauch der Mutter in die Menschlichkeit purzeln. Wie das? Nun ja, wer nicht fragt, der könnte wissen. Wissen beruhigt das Fragen. Und was wissen wir? Über die Vergangenheit mehr als über die Zukunft.
Nomen est Omen
Wenn ich damals einen anderen Namen bekommen hätte, einen Namen mit anderem Klang und anderer Melodie, wäre ich heute der gleiche Mensch?
Schlimmer
Sexueller Missbrauch von Kindern ist grausam. Grausam soll auch die Strafe für den Täter oder die Täterin sein. Bei nicht wenigen reagiert die Phantasie entfesselt: Nie wieder aus dem Gefängnis entlassen! Eier abschneiden, am besten ohne Betäubung (Was bei Frauen abgeschnitten werden soll, bleibt unklar)! Hoffentlich Vergewaltigung durch die Mitgefangenen! Todesstrafe, die ihn lange leiden lässt! Warum nicht abstechen, wenn das eigene Kind das Opfer ist. In dem Fall hat heftige Rache etwas Verständliches.
Sexueller Missbrauch von Kindern ist schlimm für uns. Was ist eigentlich schlimmer für das Kind, sexueller Missbrauch zum Beispiel durch einen Geistlichen, oder vom eigenen Vater, der eigenen Mutter regelmäßig durchgeprügelt zu werden mit Hass? Soll vorkommen in unserem Land, die Prügelei, vielleicht sogar öfter als der Missbrauch. Was für uns schlimmer ist, keine Frage. Niemand käme auf die krude Idee, den Eltern die Hände abzuhacken. Was aber ist schlimmer für das Kind? Könnte es sein, dass wir in unserem Urteil getrübt werden von einer gewissen Faszination für sexuelle Perversion?
Verändern
Es ist nicht einfach sich zu verändern. Noch schwieriger ist es, andere Menschen zu verändern. Warum um alles in der Welt versuchen wir so oft das Schwierigere? Eine mögliche Antwort: Weil wir uns selbst zu wenig lieben.