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Leichtsinnige Ansichten

Auf dieser Seite finden Sie Ansichten zum Leben. Davon gibt es unendlich viele, weil das Leben unendlich viel ist. Es bietet eine verwirrende Vielfalt an Meinungen, Deutungen und Vorstellungen. Alles ganz natürlich.

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Andere Weihnacht

17. Dezember 2020 by wpstumm 1 Kommentar

In diesem Jahr ist Weihnachten ganz anders. Volle Kirchen wird es nicht geben. Wenige Tage vor dem Fest empfehlen Ministerpräsidenten mit seit Monaten gewohnt ernster Stimme, Heiligabend auf den Gottesdienstbesuch zu verzichten. Ihnen selbst würde es schwerfallen, aber in Zeiten wie diesen gebietet es die Nächstenliebe zuhause zu bleiben. Es ist wohl ein Novum in der langen Geschichte des christlichen Gottesdienstes, dass seine Besucher in den Verdacht der Lieblosigkeit geraten könnten. Und es ist eine weitere Merkwürdigkeit, in nationalen und persönlichen Krisenzeiten dem Volk vom Gottesdienstbesuch abzuraten. In der Vergangenheit war es eher anders. Die Herrschenden haben Buß- und Bettage mit einer gewissen Pflicht zum Gottesdienstbesuch verordnet, um Notlagen von bedrohlicher Tragweite gemeinschaftlich zu bewältigen. Ob ein verpflichtendes Gebet und eine geforderte Buße die Angst mildern und die Zuversicht stärken können, mag dahingestellt sein. Aber immerhin kam der Gottesdienst als eine Möglichkeit der Krisenbewältigung in Betracht jenseits der Grenzen des politisch Machbaren. Gottesdienst war Trost- und Hoffnungsspender, wenn Politik und Wissenschaft keinen Trost, keine Hoffnung mehr geben konnten. Das kommt vor. Allmächtig sind sie nicht. 

In diesem Jahr ist Weihnachten alles anders. Der Bundespräsident meldete sich zu Wort, wie es seine würdige Pflicht ist in Krisen- und Weihnachtszeiten, spricht von Hoffnung, die es trotz der dramatischen Lage gibt. Kurz vor dem großen Fest wäre es naheliegend, die Hoffnung mit dem  Jesus-Kind, dem Heiland der Welt zu verknüpfen. Doch das tut er nicht. Seine Zuversicht gründet auf dem Impfstoff, den es bald geben wird. Nicht Jesus Christus, sondern das Serum ist das Licht in einer scheinbar dunklen Welt. Das ist die Weihnachtsbotschaft in diesem Jahr.

Angesicht der kaum zu bändigenden Corona-Zahlen und der Hilflosigkeit der Politik einen Aufruf zum Gebet vom Staatsoberhaupt zu hören, wäre womöglich beeindruckend, liegt aber nicht im Horizont des präsidialen Amtes unserer Zeit. Empörung wäre kaum zu erwarten, wenn er es täte. Schließlich ist die Lage beängstigend. Ratlosigkeit wäre eine denkbare Reaktion in einem Land das zunehmend ungeübt ist in religiöser Praxis: Was ist Gebet und wie betet man? Und was ist der Sinn von Gebet? Gebet ist eine Sprache des Überlebens, ein eigentümlich bewährtes Gespräch mit der Seele um Krisen der Machtlosigkeit zu bewältigen. Haben wir so eine Krise? Und ist es politisch fahrlässig, das Potential des Betens nicht zu nutzen um die kollektive Angst zu mildern? Hoffnung und Zuversicht liegen auf dem Impfstoff. In der Krippe liegen BioNTech, CureVac, Moderna. Sie sind die Retter der Welt. Letztes Jahr war es ein Mädchen aus Schweden. Die Geschichte vom Christkind scheint nicht mehr plausibel. Dem Jesus traut man die Rettung der Welt längst nicht mehr zu. Seltsam ist die Zurückhaltung der Kirchen. Notlagen haben sie immer vitalisiert und Gottesdienste gefüllt. In diesem Jahr bleiben die Kirchen leer, wegen der Nächstenliebe. 

Ich hoffe inständig, die Sache mit dem Impfstoff geht gut. Wenn nicht, hat die Politik einen Plan B? Wäre beruhigend. Und haben wir bewährte Hausmittel und Wege mit Zukunftsangst umzugehen? Im Moment könnte sich Angst auf die ein oder andere Weise bemerkbar machen und die Stimmung drücken. Schlechte Stimmung tut der Gesundheit nicht gut.

In der Menschheitsgeschichte bot Religion, ihre Rituale und gelebte Alltagsfrömmigkeit immer so eine Art Plan B. Vielleicht neigt unsere Zeit dazu die religiöse Praxis als Mittel der Lebensbewältigung leichtsinnig zu unterschätzen. Aber vielleicht geht es auch gut mit dem Impfstoff. Vielleicht beten auch wieder mehr als vermutet im Stillen. Warum nicht. Wir werden sehen. Dieses Jahr ist alles anders. Und nächstes Jahr? 

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Vorläufiger Rückblick

26. August 2020 by wpstumm Kommentar verfassen

Bin 60 geworden. Bin gerne älter. Mit der Vielzahl der Jahre scheint mir Leben deutlicher zu werden. Konturen bilden sich heraus, wenn auch unscharf. Linien werden erkennbar, wenn auch blass. Lebensabschnitte könnte es geben, Übergänge vom einen zum anderen.  Manches, was zum Ende gekommen ist, bietet sich an als erfüllte Zeit. Ich war Kind, Jugendlicher, meinen Platz Suchender in Arbeit und Beziehung, gereifter Erwachsener und nun ein älterer Mensch. Es gibt ein Werden, dem ich mich nicht entziehen kann. Mit mir geschieht. Kind konnte ich nicht bleiben. Etwas lässt mich in Neues werden. Von vielem musste ich lassen, Beruf, Beziehung, Heimat, musste es ablegen wie Kleidung, die nicht mehr passt, weil ich gewachsen bin. Die Enge war längst zu spüren. Es zwickte am Körper, konnte mich schwer noch bewegen. Des Abschieds leichten Moment habe ich oft verpasst. Leid drängt mehr als Freude. Angst lässt lange leiden. Keine Frage, es war meine Entscheidung gegen den leichten Moment. Ich will mein Leben, wie es ist. Doch da will etwas mehr womöglich und mir fehlen die Worte für das etwas und das mehr. Ich könnte es schweigend lieben ganz für mich. Warum nicht. Ich bin frei, auch im Leid und habe Lust auf Neues.

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Keine leichte Aufgabe

19. August 2020 by wpstumm Kommentar verfassen

Das Klima zu retten ist keine leichte Aufgabe. Es ist gewaltig eigensinnig, verändert sich unentwegt mit der Zeit, ist chaotisch und will einfach nicht bleiben, wie es ist. Alles ganz natürlich. Wer es bewahren will, steht ganz natürlich vor einer großen Aufgabe.

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Nicht die Jahre zählen

19. August 2020 by wpstumm Kommentar verfassen

Die Ehe wird hochgeschätzt. Sie ist eine reizende Verbindung, die möglichst lange dauern sollte. Das Gelingen wächst mit der Anzahl der Jahre. Der Vertrag ist erfüllt mit dem Tod. Was für eine Idee! Vor einigen Jahren bin ich einem getrauten Paar begegnet. Sechzig Jahre dauerte ihre Ehe schon. Darauf waren sie stolz und wollten es feiern in der Kirche. Kann ich verstehen. Der Vertrag ist fast erfüllt. Die Liebe war längst erloschen. Sie hatten sich nichts mehr zu sagen. Die Anzahl der Jahre könnte weniger wichtig sein, als wir glauben wollen.

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Glück

19. August 2020 by wpstumm Kommentar verfassen

Es gibt sehr anspruchsvolle Menschen. Sie glauben ein Recht auf Glück zu haben und hadern heftig mit dem Leben, wird ihnen dieses Recht verwehrt. Soweit ich weiß, hat uns niemand Glück versprochen, weder Gott noch das Leben. Warum dann so fordernd, warum so verärgert?

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Glaube ist einfach

19. August 2020 by wpstumm Kommentar verfassen

Wäre ich in einem anderen Land aufgewachsen mit einer anderen Religion, ich hätte wohl einen anderen Glauben. So einfach ist das. Und ich dachte immer, Glaube wäre nicht so einfach. Stimmt gar nicht.

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